
Sharbel Elia U21 Euro's
Borsum/Cluj-Napoca. Der Neuzugang des TTS Borsum für die 3. Tischtennis-Bundesliga Nord, Sharbel Elia, hat bei der U21-Europameisterschaft in Rumänien für eine der positiven Überraschungen der Vorrunde gesorgt. Der 20-jährige zyprische Meister trotzte den Prognosen und qualifizierte sich als Gruppenzweiter für die Hauptrunde.
Bereits die Auslosung hatte Elia eine schwierige Aufgabe beschert. Mit dem Israeli Itay Aviv, dem Belgier Per Gevers und dem Norweger Khai Lam warteten drei Gegner, die im europäischen U21-Ranking deutlich vor ihm platziert sind. Vor allem Lam, die Nummer 16 Europas, galt als klarer Favorit auf den Gruppensieg.
Davon ließ sich der offensiv ausgerichtete Zyprer jedoch nicht beeindrucken. Im Auftaktspiel dominierte Elia den Israeli Itay Aviv von Beginn an und setzte mit einem souveränen 3:0-Erfolg das erste Ausrufezeichen. Der Sieg ohne Satzverlust sollte sich später als entscheidender Vorteil erweisen.
Im zweiten Gruppenspiel gegen den Belgier Per Gevers entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung. Nach verlorenen ersten Satz kämpfte sich Elia eindrucksvoll zurück und glich aus. Im dritten Durchgang vergab er jedoch drei Satzbälle und musste den Satz noch abgeben. Auch im vierten Satz fehlte ihm in der Verlängerung das nötige Quäntchen Glück, sodass Gevers die Partie für sich entschied.
Damit stand Elia im abschließenden Gruppenspiel gegen den hoch eingeschätzten Norweger Khai Lam bereits unter Druck. Er zeigte erneut eine starke Leistung, glich nach Satzrückstand zum 1:1 aus und war auch in den folgenden Durchgängen dicht an einer Überraschung. Mehrere vergebene Satzbälle verhinderten jedoch den möglichen Coup, sodass Lam letztlich als Sieger vom Tisch ging.
Dennoch durfte Elia am Ende jubeln. Voraussetzung war ein Sieg von Itay Aviv gegen Per Gevers – und genau dieses Ergebnis trat ein. Dadurch entschied letztlich das bessere Satzverhältnis zugunsten des Borsumer Neuzugangs. Ausschlaggebend war vor allem der deutliche 3:0-Erfolg zum Auftakt, der Elia den Einzug in die Hauptrunde sicherte.
Dort treffen die 24 qualifizierten Spieler auf die acht gesetzten Topspieler. In seiner neuen Vierergruppe bekommt es Elia zunächst mit dem Dänen Oliver Berntsen und dem Schweden William Bergenblock zu tun. Zum Abschluss wartet mit dem topgesetzten Rumänen Darius Movileanu eine echte Mammutaufgabe. Diese Begegnung wird am Freitag, 19. Juni, um 11.40 Uhr an Tisch 1 im Livestream übertragen.
Auch in den Doppelkonkurrenzen ist Elia vertreten. Im Herrendoppel spielt er gemeinsam mit dem Griechen Gianni Koutra gegen die italienisch-türkische Paarung Danilo Faso/Görkem Öcal. Im Falle eines Erfolgs würde im Achtelfinale das an Position zwei gesetzte rumänische Duo Andrei Istrate/Julian Chirita warten.
Im Mixed-Doppel bildet Elia zusammen mit der Rumänin Patricia Stoica ein Team. Zum Auftakt treffen beide auf die Slowenen Sara Tokic und Brin Vovk. Bereits ein Sieg in dieser ersten Runde wäre angesichts der starken Konkurrenz als beachtlicher Erfolg zu werten.
Einschätzung:
Mit dem Einzug in die Hauptrunde hat Sharbel Elia seine internationale Konkurrenzfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gegen höher eingeschätzte Gegner spielte er mehrfach auf Augenhöhe und scheiterte oftmals nur an wenigen Ballwechseln. In der Hauptrunde dürfte ein Weiterkommen angesichts der starken Besetzung – insbesondere mit Topfavorit Darius Movileanu – zwar schwierig werden. Gelingt es Elia jedoch, seine Chancen in den engen Satzphasen konsequenter zu nutzen, besitzt er durchaus das Potenzial, auch dort für eine Überraschung zu sorgen. Für den TTS Borsum ist sein EM-Auftritt bereits jetzt ein vielversprechendes Signal mit Blick auf die kommende Saison in der 3. Bundesliga.